In die Siebziger hatte Berlin eine eigene mystische Anziehung
für Künstler, speziell Ausländer. Die melancholische und spartanische Stadt war
noch geteilt auf die Grenze des Eisernen Vorhangs, und die Atmosphäre war voll
der Ungewissheit. Obwohl die Freiheit der Westberliner zu reisen verbessert
wurde, und Leute auf beide Seite der Mauer einander endlich telefonieren
konnten, kam die Identität der Westberliner in Betracht. Sie gehörten nicht zu
der DDR, aber Berlin war nicht eine vereinigte Stadt.
Aus dieser Ungewissheit
und Verwirrung kamen viel Kunst, wie die deutsche Expressionisten und
Schriftsteller wie Bertolt Brecht. Diese Kunst und ihre Ursprung erregten die
Aufmerksamkeit der Ausländer.
Wegen
ihrer stürmischen Geschicht, war Berlin ein Ort des ernüchternden Nachdenkens
und der Inspiration. Sie anbot also künstlerische Therapie für Musiker wie
David Bowie, Iggy Pop und Lou Reed.
Wie jedes Musikszene hat die Technoszene ihre heilige Orte, besondere Veranstaltungen, und Superstars. Unten kann man in alphabetischer Ordnung manche der Orte, Veranstaltungen, und Superstars finden, die in Berlin sind/waren.
Berghain: Ein Club in der Nähe von der Grenze zwischen Kreuzbergund Freidrichshain.Kavernös, kompromisslos, legendär. 2009 wurde er von den Redakteuren bei DJ Mag das beste Club in der Welt gewählt. Berghains DJs spielen meistens Techno, Tech House, und Minimal und sie spielen manchmal für acht Stunden oder mehr.
Der Bunker: Ein wichtiges Club von 1992 bis 1995. Das Gebäude wurde durch Zwangarbeit während der nationalsozialischten Zeit gebaut, um bis zu 2,500 Bahnreisende der Reichsbahn zu beherbergen. Als Club spezialisierte sich auf ‘hardcore’ Techno-Genres wie Gabber, Hard Trance, House, und Breakbeat.
Cosmic Baby: Der Künstlername des DJs Harald Blüchel. 1993 veröffentlichte er mit DJ Kid Paul unter dem Name Energy 52 das Lied Cafe del Mar. Dieses Lied bleibt einer der bekanntesten und beliebtesten Trance Lied aller Zeit.
Dr. Motte: Ein DJ und der Gründer der legedären Loveparade. Muss ich mehr sagen?
KitKatClub: Ein Club, das für seine sexuelle Freizügigkeit bekannt ist. Es ist erwartet, dass man ein Fetisch-Kostüm oder etwas ebenso aufreizend trägt. Geschlechtsverkehr wird erlaubt.
Loveparade: Von 1989 bis 2010 war Loveparade eine jährlich (außer 2004, 2005, und 2009) Technoparade. Manche Veranstaltungen zog mehr als eine Million Menschen an. Nach dem Unglück bei der Loveparade 2010, worin 21 Menschen wegen eines Massenansturms starben, wurde Loveparade permanent beendet.
Mayday: Deutschlands ältestes Technomusik-Festival und ihre größte Indoor-Rave. Zwischen 20,000 und 25,000 Besuchern ziehen das Festival jedes Jahr an.
Paul van Dyk: Einer der bekanntesten und erfolgreichsten DJs in der Welt. Van Dyk war eine Pioniere der Trancemusik. Van Dyk wuchs in Ost-Berlin nur mit seiner Mutter auf und er begann 1991 sein Beruf als DJ im Club Tresor.
Planet/E-Werk: Das Club Planet (später umbenannt E-Werk) war in der Nähe von Checkpoint Charle und es war offen von 1993 bis 1997. Das Gebäude war urspünglich ein Umspannwerk.
Tanith: Der Künstlername des DJs Thomas Andrezak. Er popularisierte die Benutzung des Ausdrucks Tekkno (im Gegensatz zur Techno).
Tresor: Das Fundament, auf dem Berlins Technoszene gebaut wurde. Im Lauf der Jahren hat das Club viele Male geschlossen und viele Male wiedereröffnet (in seiner aktuellen Iteration war es offen seit 2007). Es spezialisierte sich auf Detroit House und es wurde so berühmt, dass es DJs von Detroit angezogen hat.
Ufo/Ufo 2: Das erste Acid House Club in Berlin. DJs wie Tanith, Dr. Motte, Mijk van Dijk, und Kid Paul spielten da. Als es von den Behörden geschlossen wurden, etablierten seine Gründer Ufo 2. Als Ufo 2 auch gechlossen wurden, etablierten sie Tresor.
WestBam: Ein DJ, WestBam organisierte 1991 die erste Mayday. Auf diesem Grund veröffenlicht er den Titelsong für jede Mayday.
Berlins Nachtleben ist verständlicherweise berühmt für seine Vielfalt und Intensität. Zentral zu dieser Szene ist elektronische Tanzmusik oder einfach (zumindest für die Deutschen) Techno. Also erforschen wir in meinen Einträgen Berlins Beitrag zur Geschichte der Technomusik und die Konturen der aktuellen Szene. Wir erforschen nicht nur die Genres, die Clubs, die Konzerte, und natürlich die Musiker, die die Szene definieren, sondern auch die Kultur, die von der Musik inspiriert wurde. Nämlich konzentrieren wir uns auf zwei Themen: Techno als Bewegung und Techno als Lebensstil.
Obwohl die Geschichte der Technomusik wirklich mit Pionieren wie Kraftwerk oder sogar Stockhausen beginnt, beginnen wir zu unseren Zwecke in den achtziger Jahren. 1982 wurde die erste Techno-Plattenladen unter dem Frankfurter Hauptbahnhof von Andreas Tomalla etabliert. Alle die frühen Genres, die die Entwicklung der deutschen Techno beeinflussen würden, wurden von der Plattenladen repräsentiert: Industrial, EBM (Electronic Body Music), Chicago House, Detroit Techno, und Acid House. Früh in der Entwicklung der deutschen Techno begannen die Berlin Szene und die Frankfurt Szene unterschiedlich zu entwickeln. Im Gegensatz zu Frankfurts Szene, die besonders von EBM und Industrial beeinflusst wurde, Berlins Szene wurde von ausländischen Genres bezaubert (die Briten waren die Pioniere der Acid House). Und trotz Acid Houses leichter Sound wurde Berlins Sound im Großen und Ganzen bekannt als härter und dunkler als Frankfurts.
Nach dem Mauerfall tauchten plötzlich viele underground Techno-Partys, einschließlich der berühmten Tekknozid Techno-Raves in Ostberlin auf. 1989 wurden sowohl das Acid House Club Ufo als auch die Musikveranstaltung Loveparade etabliert. Und obwohl 1991 Ufo geschlossen wurde, gedieh die Szene wegen Clubs wie Planet (später umbenannt E-Werk), Der Bunker, und Tresor weiter. Außerdem fand 1991 die erste Mayday, Deutschlands ältestes Technomusik-Festival, in Berlin statt. Mit dem Niedergang der London Rave-Szene wurde Berlin bis 1993 berühmt als die Techno-Hauptstadt Europas. Etwa dieser Zeit begannen Berliner auch auf ihrem Sound als Tekkno zu verweisen, um ihre Härte und ihrer Einfluss von Detroit Techno zu betonen. 1993 verlegte auch Tresor Records die Compilierung Tresor II: Berlin & Detroit - A Techno Alliance. Bis zum heutigen Tag haben Berlin und Detroit eine besondere Verbindung, weil Minimal Techno (oder einfach Minimal), heutzutage das Genre, das man am häufigsten hört, in Berlins Clubs, in den frühen neunziger Jahren in Detroit entwickelt wurde.
Als DJ Kid Paul nur 13 Jahre alt war, veröffentlichte er Acid in My House (1988), einer der berühmtesten Acid House Lieder:
Ein flüchtiger Blick einer Tekknozid Techno-Rave in 1991:
Der Titel Vainquer von Lyot wurde 1993 auf der Compilierung Tresor II: Berlin & Detroit - A Techno Alliance vorgestellt: